Fehlheim (Bensheim)

Fehlheim bei Bensheim

Fehlheim (Velden-Feldin-Hurfelden-Felden-Fehlheim)

Wappen Bensheim FehlheimSeit dem 1. Juli 1971 gehört Fehlheim zu Bensheim. Nach dem Stadtteil Auerbach ist es mit über 1800 Einwohnern der zweitgrößte Stadtteil. Die Stadt liegt im Hessischen Ried und ist liegt nur vier Kilometer westliche von Bensheim.

Das Wahrzeichen von Fehlheim ist das denkmalgeschützte alte Rathaus mit einer Glocke aus dem Jahr 1742.

Neben den Gebäuden der katholischen St. Bartholomäus-Kirche und den umliegenden Fachwerkhäusern befindet sich in unmittelbarer Umgebung von Fehlheim das Naherholungsgebiet um den Niederwaldsee.

Geschichte Fehlheim

Ein sehr bekannter Ort an der Bergstraße ist zweifelsohne das Kloster Lorsch, dass Mitte des 8. Jahrhunderts von 16 Mönchen gegründet wurde. 773 wurden die königlichen Marken Heppenheim und Bensheim dem Kloster Lorsch zum Geschenk gegeben. Im Jahr 782 wird schließlich das Dorf Fehlheim im Schenkungsbuch des Klosters Lorsch erstmalig urkundlich erwähnt (allerdings als Hurfelden).

Fehlheim profitierte in den nächsten Jahrhunderten von der Glanz- und Blütezeit des Kloster Lorsch. Diese Blütezeit neigte sich allerdings im 13. Jahrhundert ihrem Ende zu. Uns so ging die Fürstabtei Lorsch 1232 in den Besitz des Erzbischofs von Mainz über. Die Geschichte Fehlheims war damals eng mit Velden und eben Bensheim verknüpft. Es kam immer wieder vor, dass der Erzbischof von Mainz seine Einnahmen aus seinen Gebieten verpfändete und so kam die Mark Bensheim auch an die Grafen von Katzenellenbogen.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts regierte Pfalzgraf Johann Kasimir (1583-1592, geboren 1543, von Pfalz-Simmern) Es war ein besonders beliebter Landesherr. Die Weistümer der Stadt Bensheim berichten uns über die ihm zu Ehren stattgefundenen Huldigungsfeiern bei Besuchen.

Über die Zugehörigkeit Fehlheims zu Bensheim gibt das Bensheimer Weistum aus dem Jahre 1590 nähere Auskunft. Es wird von einem kleinen Dörflein, Fehlheim genannte, gesprochen. Es ist anzunehmen, dass das kleine Dörfchen gegen Ende des 16. Jahrhunderts ein blühendes Gemeinwesen war, dessen Bewohner durch einen Schultheis im Rat der Stadt Bensheim vertreten war.

Die Anfang des 17. Jahrhunderts beginnenden Religionskriege (Dreißigjähriger Krieg 1618 bis 1648) brachten auch für das Gebiet der Bergstraße schwere Bedrängnis und einen häufigen Wechsel des Landesherren.

Einen Wendepunkt bedeutete für Fehlheim das Jahr 1623. In diesem Jahr konnte der Mainzer Erzbischof und Kurfürst Johann Schweikard in Bensheim die Huldigung der Stadt entgegen nehmen. Auch Fehlheim war dabei vertreten. An den Feierlichkeiten nahmen 12 Gemeinsmänner teil. Mainz hat wieder seine Herrschaft über die Bergstraße angetreten und behielt sie bis zur Zeit nach den napoleonischen Kriegen, also etwa 200 Jahre. Während dieser Zeit hat sich das Dorf Fehlheim durch Zugang von außen und allmähliche Zunahme der ansässigen Bevölkerung von den Schrecken des langen Krieges erholt und seinen früheren Wohlstand wieder erreicht.

1803 269 Einwohner in Fehlheim

Eine Änderung seiner äußeren Verhältnisse brachte das Jahr 1803. Die ganze Kurmainzische Bergstraße fiel an den Landgrafen von Hessen, er im Jahr 1806 den Titel eines Großherzogs annahm. Aber auch jetzt blieb Fehlheim noch mit der Stadt Bensheim eng verbunden.

1803 wurden in Fehlheim 269 Bewohner gezählt. Neben Kriegen hatten auch Epidemien, Pest und Cholera die Bevölkerung dezimiert.

Erst im Jahre 1831 wurde es eine selbständige Gemeinde mit eigener Gemeindeverwaltung und besonderer Gemarkung. Kirchlich blieb Fehlheim noch bis zum Jahre 1887 mit Bensheim verbunden. Im Jahre 1971 mit Unterzeichnung des Grenzänderungsvertrages wurde Fehlheim zu Bensheim eingemeindet und ist nun Stadtteil von Bensheim geworden.

Es gibt eine kurze Beschreibung über Fehlheim aus dem Jahr 1829 aufgeführt in Die Statistisch-topographisch-historische Beschreibung des Großherzogthums Hessen:

»Fehlheim (L. Bez. Bensheim) kath. Filialdorf; liegt 1 St. von Bensheim, hat 47 Häuser und 408 kath. Einw. und 1 Kapelle, mit welcher das Schulhaus verbunden ist. Dieser Ort ist ohne Zweifel das alte Hurfelden, das in einer Lorcher Urkunde von 782 vorkommt. Es wird Velheim und gemeiniglich Fehlen genannt und kam 1802 von Mainz an Hessen.«

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