Auerbach (Bensheim)

Auerbach ist seit 1939 ein Stadtteil von Bensheim. Mit mehr als 9000 Einwohnern ist Auerbach dabei der größte Stadtteil. Der Ort ist seit 1955 staatlich anerkannter Luftkurort und außerdem zweitwärmster Ort Deutschlands (nach der Insel Mainau!). Überhaupt kann Bensheim und Umgebung mit einem frühen Frühjahrsbeginn, vielen Sonnenstunden und einem milden Klima punkten, daher wird das Gebiet am Fuße des Odenwaldes auch als Deutsche Riviera bezeichnet.

Auerbach Lage

Auerbach liegt zwischen Zwingenberg im Norden und der eigentlichen Stadt Bensheim im Süden.

In Auerbach befinden sich auch zwei sehr bekannte Sehenswürdigkeiten: Die Ruine des Schloss Auerbach und das Fürstenlager.

Geschichte Auerbach

In den Anfängen (ca. zwischen 984 und 786) wird der Ort stets mit dem Namen Urbach benannt. Anfang des 13. Jahrhunderts erscheinen die Grafen von Katzenelnbogen als die Herren des Landes um den Urberg und des an seinem Fuße liegenden Ortes Urbach. Starke Mauern und Türme machten das Schloss Auerbach zu einer kaum einnehmbaren Befestigung.

Im Jahr 1479 ging der Auerberg mit Auerbach an das Haus Hessen über, im 16. Jahrhundert fiel der Auerberg dann an Zwingenberg. Danach verlor das Schloss mehr und mehr an Bedeutung und verfiel bis zum 19. Jahrhundert. Heute ist die Ruine eines der schönsten Denkmäler aus der mittelalterlichen Zeit.

Weitere Sehenswürdigkeiten sind neben dem Sommerschlösschen von Landgraf Ludwig X (1790 bis 1830), dem Fürstenlager, auch viele Bauten, die zwischen 1792 und 1795 entstanden, und die evangelische Bergkirche (aus dem Jahre 1479), die auf felsiger Anhöhe den Ort überragt.

Außerdem ist in Auerbach auch die Synagoge erhalten.

Synagoge in Auerbach

Das Gebäude der Synagoge in Auerbach ist bis heute erhalten. Das Gebäude stammte aus dem Jahr 1779. Sie blieb anderthalb Jahrhunderte Mittelpunkt des jüdischen Gemeindelebens vor Ort. Während des 1. Weltkrieges besuchten die Juden aus Auerbach den Gottesdienst im benachbarten Zwingenberg. Da in beiden Orten die Zahl der jüdischen Gemeindemitglieder weiter zurückging, blieb es dabei auch in den 1930er Jahren. Allerdings wurde die Synagoge in Auerbach noch für Trauungen (zuletzt 1932) genutzt.

1934 wurde das Gebäude der Synagoge an den Inhaber einer Landmaschinen-Reparaturwerkstatt verkauft, es waren zuvor Gerüchte aufgekommen, das jüdische Gotteshaus solle vom Ortsgruppenleiter der NSDAP an einen Schweinehändler verkauft werden. Damit war die Synagoge nun im Besitz und Eigentum eines Nichtjudens, dennoch musste dieser, Herr Goebel 1938 aktiv werden, um die in Brandsetzung des Gebäudes während des Novemberpogroms zu verhindern.

Damit war die Auerbache Synagoge eines der wenigen jüdischen Gotteshäuser, dass in der Reichspogromnacht vom 9. Und 10. November 1938 nicht dem Brand zum Opfer fiel.

Bis 1972 blieb die Synagoge Werkstatt, dann wurde sie von der Stadt Bensheim gekauft. Es begannen Abrissarbeiten, denen die alte jüdische Schule zum Opfer fielen. Erst dann wurde erkannt, dass die ehemalige Synagoge erhalten werden müsse.

Zu finden ist die alte Synagoge in der Bachgasse in Bensheim-Auerbach. Es gibt auch einen Auerbacher Synagogenvereins.

Stolpersteine in Bensheim und Auerbach

In Bensheim und Auerbach erinnern auch eine Reihe von Stolpersteine an jüdische Mitbürger, die während des Nationalsozialismus ermordet worden sind. Die ersten 14 Stolpersteine wurden dabei 2011 gelegt. Sie erinnern an die Schicksale der Familien Bauer (Bensheim), Hahn, Haas und Israel (Bensheim-Auerbach).

Stolpersteine in Auerbach: https://www.bergstrasse.de/synagoge-auerbach/documents/Stolpersteine_in_Auerbach.pdf

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